Vier Tage Strohhutfest — was sie über Fahrradparken verraten
Frankenthal zeigt: Sichere Fahrradinfrastruktur wird nicht nur akzeptiert — sie wird gebraucht.
Das Strohhutfest in Frankenthal ist eines der grössten Volksfeste in der Pfalz. Über 250'000 Menschen besuchen es jedes Jahr. Ein bedeutender Teil davon kommt mit dem Fahrrad.
Für uns war das eine Gelegenheit — und wir haben sie genutzt.
Vier Tage vor Ort
Parallel zum Strohhutfest eröffnete am Hauptbahnhof Frankenthal ein neuer V-Locker Parkturm. Das Timing war kein Zufall — und was in diesen vier Tagen passierte, hat uns selbst überrascht.
Die Anlage wurde sofort genutzt. In diesen vier Tagen verzeichnete der Turm 381 Buchungen von 202 verschiedenen Nutzerinnen und Nutzern — mehr als das Fünffache im Vergleich zu einem normalen Wochenende. Am Samstag, auf dem Höhepunkt des Fests, waren zur Abendzeit drei Viertel aller 96 Boxen gleichzeitig belegt. Die durchschnittliche Parkdauer lag bei rund drei Stunden — Fahrrad sicher abstellen, Fest geniessen, wieder abholen.
229 Menschen haben sich in diesen vier Tagen neu in der V-Locker App registriert. Nicht weil Werbung lief, sondern weil der Turm einfach da war und genutzt wurde.
Was wir gehört haben
Technische Begeisterung war dabei — aber das war nicht das Stärkste, was wir mitnahmen.
Fast jeder zweite Nutzer erzählte uns dieselbe Geschichte: «Mein Fahrrad wurde am Bahnhof gestohlen.»
Das ist kein Randphänomen. Es ist Alltag. Für viele Menschen ist das Fahrrad kein Freizeitgerät, sondern ein zentrales Stück Mobilität — für den Weg zur Arbeit, zum Bahnhof, in die Stadt. Fehlt ein sicherer Platz zum Abstellen, fehlt ein Glied in der Kette.
Was ein Volksfest sichtbar macht
Grossveranstaltungen sind Stresstests für Infrastruktur. Der Autoverkehr wird penibel geplant, Parkplätze werden ausgeschildert, Umleitungen organisiert. Das Fahrrad dagegen wird oft dem Zufall überlassen — ein paar Bügel irgendwo, und gut.
Frankenthal hat in diesen vier Tagen gezeigt, dass es auch anders geht. Nicht weil ein Programm lief oder Werbung gemacht wurde, sondern weil die Infrastruktur vorhanden war und das Vertrauen gewachsen ist.
Das ist der Unterschied, den wir mit V-Locker schaffen wollen: nicht punktuell sichtbar, sondern dauerhaft verfügbar — an den Orten, wo Menschen täglich unterwegs sind.
Ob das Strohhutfest oder ein gewöhnlicher Dienstagmorgen: Sichere Fahrradinfrastruktur braucht keine besonderen Anlässe, um gebraucht zu werden.